Leistungsprüfstand: So liest du das Diagramm

Das Prüfstandsdiagramm zeigt schwarz auf weiß, was eine Optimierung gebracht hat. Damit du es richtig einordnen kannst, solltest du wissen, was gemessen wird und was das Ergebnis beeinflusst.

TechnikStand: Oktober 2026Lesezeit ca. 5 Minuten

Was ein Prüfstand misst

Das Auto steht mit der Antriebsachse auf Rollen. Bei der Messung wird im passenden Gang bis zur Höchstdrehzahl beschleunigt. Der Prüfstand erfasst dabei, welche Kraft an den Rädern ankommt. Das ist die Radleistung.

Nach dem Lauf wird ausgekuppelt, und das Auto rollt aus. Dabei misst der Prüfstand, wie viel Leistung in Getriebe, Antriebswellen, Reifen und Lagern verloren geht. Das ist die Verlustleistung. Radleistung plus Verlustleistung ergibt die errechnete Motorleistung.

Was das Ergebnis beeinflusst

  • Ansauglufttemperatur und Luftdruck: Kalte, dichte Luft enthält mehr Sauerstoff. Turbomotoren reagieren darauf besonders stark.
  • Sprit: Die Oktanzahl bestimmt, wie weit die Zündung vorgeholt werden kann.
  • Betriebstemperatur: Motor- und Getriebeöl müssen warm sein, sonst sind die Verluste höher.
  • Reifendruck und Befestigung: Beides wirkt sich auf die Verlustmessung aus.

Damit Messungen an verschiedenen Tagen vergleichbar sind, rechnen Korrekturnormen wie DIN 70020 oder EWG 80/1269 das Ergebnis auf festgelegte Standardbedingungen um. Auf dem Diagramm sollte stehen, welche Norm verwendet wurde.

Das Diagramm richtig lesen

Ein Prüfstandsdiagramm zeigt zwei Kurven über der Drehzahl: Leistung in kW oder PS und Drehmoment in Nm. Nach einer Optimierung liegen meist zwei Messungen übereinander, vorher und nachher.

Drehmomentverlauf

Fürs Fahrgefühl im Alltag zählt der Drehmomentverlauf mehr als die Spitzenleistung. Eine gute Abstimmung hebt das Drehmoment früh an und hält es über einen breiten Bereich.

Gleichmäßigkeit

Ein sauberer Verlauf ohne Einbrüche und Zacken spricht für eine stabile Regelung. Starke Schwankungen deuten auf Probleme mit Ladedruckregelung, Klopfregelung oder Temperatur hin.

Spitzenwert

Der höchste Wert ist eine Momentaufnahme. Entscheidend ist, ob der Motor ihn dauerhaft und bei wiederholten Messungen erreicht.

Prüfstand und Abstimmung

Bei einer Optimierung ist der Prüfstand mehr als ein Nachweis. Unter gleichbleibenden Bedingungen lassen sich Änderungen an Ladedruck, Gemisch und Zündung gezielt prüfen. Zusammen mit Datenlogs von der Straße entsteht so eine Abstimmung, die auf Messwerten beruht. Wie die Eintragung mit Leistungsnachweis läuft, steht im Artikel Chiptuning eintragen lassen.

Häufige Fragen

Warum weicht die gemessene Leistung von der Herstellerangabe ab?

Hersteller geben eine Nennleistung mit erlaubten Toleranzen an. Dazu kommen Messbedingungen wie Temperatur, Luftdruck und Sprit. Abweichungen von ein paar Prozent sind normal, auch bei Serienautos.

Kann ich Werte von verschiedenen Prüfständen vergleichen?

Nur bedingt. Bauart, Kalibrierung, Korrekturnorm und Messablauf unterscheiden sich. Wirklich aussagekräftig ist der Vergleich vorher und nachher auf demselben Prüfstand unter gleichen Bedingungen.

Brauche ich ein Prüfstandsdiagramm für die Eintragung?

Bei einer Einzelabnahme will die Prüforganisation in der Regel einen Leistungsnachweis sehen. Bei der Eintragung über ein Teilegutachten ist das nicht immer nötig. Das klärst du am besten vorher mit der Prüforganisation.

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